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Nur wenige Spuren hinterlassen hat ein heute fast vergessener Sohn Witzheldens: Reinhard Steffens. 1852 im Dorf als Sohn eines Viehhändlers geboren, lebte der Kaufmann und spätere preussische Kommerzienrat mit seiner Familie zunächst in St. Petersburg. Um 1900 tritt Steffens als Mitbegründer der heute noch bestehenden Berliner Firma Steffens & Nölle auf. Bekanntestes Werk dieser Firma ist der 1924 bis 1926 errichtete Berliner Funkturm. Seinen Alterssitz fand Steffens, der es zu beträchtlichem Reichtum gebracht hatte, in einer riesigen Villa mit Weinberg in Eltville. Um 1932 erwirbt er das prächtige Hofgut Hohenroda in der Rhön, wo er 1933 auch gestorben ist. Seit den 1920er Jahren förderte Steffens die von der evangelischen Gemeinde getragene Schwesternstation. Zur Unterstützung der Station und alter, pflegebedürftiger Bürger errichtete er 1931 die Reinhard-Steffens-Stiftung. Der evangelische Kirchengemeinde schenkte Steffens, zum Andenken an seine Eltern, 1899 die Abendmahlskanne, Kelch und Hostienbehälter, die heute noch benutzt werden. Für den Bau der Witzheldener Friedhofskapelle stiftete er 6000 Reichsmark. 1931 wurde ihm das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Witzhelden verliehen.

 

Quelle: Stadtarchiv Leichlingen

 

 

 

 

 

 

 

 

Geboren am 04. April 1952, ein echter Witzheldener „Jung“. Er war von frühester Jugend an seinem Heimatort äußerst interessiert und engagierte sich für Witzheldener Belange. Das Dorf war ihm Heimat und wichtiger Lebensmittelpunkt. An einem anderen Ort zu leben, wäre für ihn unvorstellbar gewesen.


Aus der Familientradition heraus wurde auch er Lehrer und unterrichtete jedoch in Wuppertal, nicht in Witzhelden.
Bereits als junger Mensch war er politisch aktiv und interessierte sich für die Zeitgeschichte, nicht nur die der Welt, sondern auch die Heimatgeschichte seines „Dorfes“.
Er war Mitglied in fast allen Witzheldener Vereinen und Mitbegründer des Fördervereins Alter Wasserturm e.V. im Jahre 1999. Die Liebe zum Boulespiel wurde bei den vielen Urlaubsreisen nach Frankreich geweckt.

Ebenso war er Mitbegründer der Witzhelden Homepage www.witzhelden-web.de 

Volker Jung verstarb am 01. Juli 2014 nach schwerer Krankheit, bis zuletzt galt sein Bestreben dem Wohle seines Dorfes.

Im Jahre 1975 wurde die Gemeinde Witzhelden im Zuge der kommunalen Neugliederung nach Leichlingen eingemeindet. In diesem Jahr gab es auch einen historischen Wechsel in der Vereinswelt des Höhendorfes:

Karl Schäfer gab den Vorsitz des Turnvereins Witzhelden 1884 e.V. an seinen Nachfolger Rudi Krogel ab.

Geboren am 28.2.1919, verheiratet, 3 Kinder, hatte sich Karl Schäfer nach dem 2.Weltkrieg dem Sport verschrieben. Er spielte Handball im 1947 wieder gegründeten Turnverein Witzhelden. Nach der aktiven Zeit begann er die Vorstandsarbeit und übernahm schließlich im Jahr 1959 den Vorsitz des Turnvereins, den er 16 Jahre lang führte.
16 Jahre lang, von 1959 bis 1975, einen Verein mit 6 Abteilungen zu führen, das war eine große Leistung, die schon 1974 mit der Ehrennadel und Urkunde des Deutschen Turnerbundes ausgezeichnet wurde.

Karl Schäfer, der “Kolle” wie Freunde ihn nannten, hatte sich mit Leib und Seele dem Turnverein verschrieben und beeinflusste die Entwicklung des Vereins in entscheidender Weise. Er hatte die Vereinsführung in einem Jahr des Umbruchs übernommen. Zum ersten Mal konnte in Witzhelden in der der Grundschule angegliederten Turnhalle Sport getrieben werden.
Gerade die Kontinuität in der Vereinsführung machte es möglich, dass im Jahr 1975 jeder zehnte Witzheldener Bürger Mitglied im Turnverein war, der Verein ein solches Ansehen genoss und ihm große Sympathien entgegengebracht wurden.Herbert Becker
In Anerkennung seiner Leistungen wurde Karl Schäfer im Jahr 1976 zum Ehrenvorsitzenden des Turnvereins ernannt.

 

 

 

Herbert Becker, geboren am 23.7.1921, verheiratet, 2 Kinder, hatte wie Karl Schäfer lange Jahre aktiv Handball im TV Witzhelden gespielt, war aber schon 1948 zum ersten Mal als Kassierer in den Vorstand des Turnvereins eingetreten. Seit 1959 hatte er ununterbrochen die Geschäftsführung des Vereins inne. Sechzehn Jahre lang waren Karl Schäfer und Herbert Becker das Führungsteam des Turnvereins.
Als Karl Schäfer 1975 die Vereinsführung abgab, machte Herbert Becker als Geschäftsführer noch einige Jahre weiter

Karl Schäfer und Herbert Becker waren für den Turnverein Witzhelden das Team, das die Grundlage für die Entwicklung des Vereins zum Großverein mit heute über 1500 Mitgliedern und 10 Abteilungen geschaffen hat.

Als beide in den 90er Jahre starben, Becker am 29.3.95, Schäfer am 30.9.97, trauerte neben den Familien auch die Turnvereinsfamilie.

 

Gute Jahre des Turnvereins

In der Zeit von Karl Schäfer und Herbert Becker wurde vieles in der Vereinsarbeit nach vorne gebracht:
Die Badminton-Abteilung wurde gegründet, der Sportzweckverband ins Leben gerufen. Es gab sogar Skiwettkämpfe und im Jahr 1966 hatte der Verein erstmals über 200 Mitglieder. Durch die neue Turnhalle wurde vor allem das Schülerturnen sehr belebt. 1969 wurde das “Mutter und Kind” Turnen aus der Taufe gehoben. Auch die Leichtathletik und die Sportabzeichen-Aktionen wurden unterstützt und waren sehr erfolgreich.

1970 kam die Tischtennis Abteilung hinzu und die “Trimm-Dich-Welle” erfasste den Turnverein. Allerdings konnte auch die 1972 neu errichtete Sportanlage am Scharweg den Niedergang des Feldhandballs nicht aufhalten.
Als schließlich im Jahr 1975 im Zuge der kommunalen Neugliederung Witzhelden der Stadt Leichlingen angegliedert wurde, sah Karl Schäfer seine Zeit gekommen, den Vorsitz des Turnvereins abzugeben.

Erinnerungsfoto an die Verleihung der Sportplakette des Bundespräsidenten durch Landesminister Schwier (3.v.l.) am 17.10.1992 in Lemgo. Ganz rechts Karl Schäfer, daneben Herbert Becker.

Otto Göckemeyer, Mann mit Hut. So kannten wir ihn, wurde am 24. Februar 1929 in Porz/Rhein, jetzt Köln, geboren. Nach dem Besuch des Kölner Gymnasiums Kreuzgasse wurde er 1949 Angestellter der Englischen Kontrollmission Wahner Heide. Nach fünfjähriger Tätigkeit für die Handwerkskammer besuchte er die Gemeindeverwaltungsschule. 

Soweit der berufliche Werdegang.
Privat heiratete er seine Frau Waltraud. Aus der Ehe entstammen drei Kinder, die aber nicht in Porz aufwuchsen, sondern im Bergischen Land.
Otto Göckemeyer hatte sich auf eine Stelle als Verwaltungsbeamter in der Gemeinde Witzhelden beworben. Beide hatten sich das Dorf angeschaut und es war so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Hier wollten die Göckemeyers bleiben.
Otto Göckemeyer begann am 1. Juli 1959 seine Tätigkeit als Verwaltungsangestellter bei der Gemeindeverwaltung Witzhelden und wurde am 1.4.1960 in das Beamtenverhältnis als Gemeindeobersekretär übernommen. Er war in dieser Funktion gleichzeitig allgemeiner Vertreter des Gemeindedirektors Friedrich Bast. Im Juli 1961 legte er die Prüfung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst ab.

Auch wenn Otto Göckemeyer “sein” Dorf über alles liebte, so hat er aber nie seine Porzer Wurzeln vergessen und war zeitlebens FC-Fan.

Gemeindedirektor in “seinem” Dorf

Der Rat der Gemeinde Witzhelden wählte ihn mit Wirkung vom 1.11.1962 auf 12 Jahre als Nachfolger von Bast zum Gemeindedirektor von Witzhelden. Vor Ablauf seiner Amtszeit bestätigte der Rat der Gemeinde Witzhelden ihn mit Wirkung vom 1.11.74 erneut auf 12 Jahre in seinem Amt.

In seine Amtszeit als Gemeindedirektor fielen u.a. so bedeutsame Aufgaben wie der Bau der Schule Kuhle, der Bau des 3. Traktes der Schule Flamerscheid mit Aula und Lehrerdienstwohnungen, der Neubau des Sportplatzes mit Umkleiden und Platzwartwohnungen und die Kanalisation im Zentrum Witzheldens.

Immer für Witzhelden unterwegs



Nicht erst als Gemeindedirektor hatte er das Höhendorf in sein Herz geschlossen. Otto Göckemeyer war immer für Witzhelden unterwegs. So übernahm er 1966 den Vorsitz des Wasserversorgungsvereins Witzhelden, den er bis 1999, also 33 Jahre lang, inne hatte. Fast täglich kontrollierte Otto Göckemeyer den Wasserverbrauch des Wasserversorgungsvereins Witzhelden in der Übergabestelle an der Grundschule.

In schwieriger Zeit führte er den Verein zum Anschluss an den Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper, von dem der Verein noch heute das Wasser geliefert bekommt.

Zum 100 jährigen Bestehen des Wasserversorgungsvereins machte der Vorstand den Witzheldenern zwei große Geschenke: am Marktplatz wurde ein Brunnen errichtet und der alte Wasserturm wurde restauriert. Aus diesem Engagement entwickelte sich dann der Förderverein Alter Wasserturm Witzhelden, dem Otto Göckemeyer von Anfang an als Mitglied angehörte.

Vorsitzender des Arbeitskreises Erntedankfest

Das Erntedankfest ist das höchste Fest in Witzhelden. Es verdankt Otto Göckemeyer sehr viel. Er war lange Jahre Vorsitzender des Arbeitskreises Erntedankfest im VVV Witzhelden und schuf damit die Grundlage zur Entwicklung des Festes, das heute das größte seiner Art im Rheinisch-Bergischen Kreis und darüber hinaus ist. Jahrzehnte eröffnete er mit dem Bürgermeister das Erntedankfest und war auch bis zum Zapfenstreich dabei.


1975: Eingemeindung nach Leichlingen

Ein großer Einschnitt bedeutete für ihn 1975 die Eingemeindung Witzheldens nach Leichlingen. Mit größeren Baumaßnahmen hatten er und der Gemeinderat versucht, die Eigenständigkeit Witzheldens zu bewahren. Das Gesetz der kommunalen Neugliederung ließ das aber nicht zu. So entschied man sich schweren Herzens für den Anschluss an Leichlingen. Dort in Leichlingen war Otto Göckemeyer Beigeordneter und stellvertretender Stadtdirektor, als Chef der Stadtwerke vor allem zuständig für den Bereich Wasserversorgung und Abwasser.

So richtig wohl gefühlt hat er sich in der Leichlinger Verwaltung nicht. Als seine schönsten Jahre bezeichnete er immer die Zeit als Gemeindedirektor in Witzhelden. Im Jahr 1986 wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Bei Otto Göckemeyer war es eher ein Unruhestand.


Unterzeichnung des Eingemeindungsdokumentes.
v.r.: Leichlingens Stadtdirektor Otto Birkendahl, Leichlingens Bürgermeister Walter Schüller, Bürgermeister Willi Hermanns, Gemeindedirektor Otto Göckemeyer


In Witzhelden war er immer dabei. Es gab kaum einen Verein, in dem Otto Göckemeyer nicht Mitglied war und auch aktiv am Vereinsleben teilnahm. Als Mitglied der SPD verpasste er kaum eine Versammlung, ob Gartenbauverein oder Kichbauverein, Otto war dabei. Er war immer in seiner Gemeinde, in seinem Dorf unterwegs. Zeitlebens hat er nie einen Führerschein gemacht und auch das Fahrradfahren behagte ihm nicht so sehr, aber der Otto war immer auf Achse. Wenn ihm eine Baumaßname nicht passte, teilte er das mit, kritisch wie eh und jeh. In den Versammlungen konnte er auch einmal aufspringen und lauthals den Saal verlassen. Aber - er kam auch wieder zurück. Weggefährten kannten ihren Otto: “Wenn er die Augen gegen die Decke richtete, dann war es bald soweit, dass er den Saal verließ.”

Otto war ein Original

Eine Geschichte aus seiner Zeit als Gemeindedirektor in Witzhelden ist besonders haften geblieben: die Verlängerung der Sperrstunde. Otto Göckemeyer war ein Original. Ihm war es wichtig, durch Witzhelden zu wandern und überall Papier und sonstigen Müll aufzuheben und in die entsprechenden Behältnisse zu werfen. Bei den Aktionen “Unser Dorf soll schöner werden” war er immer dabei.

Der schleichenden Verschlechterung seines Gesundheitszustandes der letzten Jahre folgte dann der doch überraschende Tod am 11.10.07.
Er wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Witzheldener Friedhof beigesetzt.

Otto Göckemeyer: Witzheldener mit Leib und Seele.

 

 

 

 

 

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