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Gottlieb Claasen wurde am 13. November 1801 geboren, er starb im Jahr 1885. Verheiratet war er mit Anna Claasen, geb. Peters (1806 - 1862). Am 28.Februar 1851 wurde Witzhelden der Status einer selbstständigen Bürgermeisterei zuerkannt und an diesem  für die Gemeinde denkwürdigen Tag wählten die zwölf neu gewählten Gemeindevertreter den 49 jährigen Tuchfabrikanten und Gutsbesitzer Gottlieb Claasen zum ersten Bürgermeister des Höhendorfes. Er wurde von Landrat Mehlbeck feierlich in sein Amt eingeführt. Gottlieb Claasen war ein weitgereister Mann, der als klug und erfahren galt. Er übernahm das Amt des Bürgermeisters in schwerer Zeit. und hatte dieses Amt bis zum 1.11.1875 inne.Witzheldens erster Bürgermeister Gottlieb Claasen.
Sein Jahresgehalt als Bürgermeister betrug 207 Thaler und 3 Silbergroschen, seine Pension betrug 600 Reichsmark.

Erster Bürgermeister einer armen Gemeinde

Die Gemeinde Witzhelden litt damals unter einer großen Steuerlast. Die Arbeitslosigkeit, von der vor allem die Weber und Scherenfeiler betroffen waren, war sehr hoch. Für die Bauern war es sehr schwer, landwirtschaftliche Erzeugnisse in den umliegenden Städten zu verkaufen. Damals hatte Witzhelden 2130 Einwohner in 479 Familien, darunter 80 Bauernfamilien mit 390 Personen, 79 Knechte und Mägde sowie 45 Tagelöhner und Handwerker. Ackerbau im Nebengewerbe betrieben 534 Personen.

Gottlieb Claasen schrieb über die Lage seiner Gemeinde: “Der Wohlstand geht immer weiter zurück. Seit dem Jahre 1818 ist von keiner Behörde etwas geschehen, was den Bewohnern meiner Gemeinde zu einem materiellen Vorteil hätte helfen können. Burscheid hat alles Gewerbe an sich gezogen, weil da die neue Straße hingelegt wurde. Die Verarmung schreitet immer weiter fort. Wer 2 oder 3 Kühe hat, gilt hier als ein großer Bauer.”

Neue Verbindungsstraßen in die Nachbarstädte

Gottlieb Claasen hatte früh erkannt, dass sich die Witzheldener Lebensverhältnisse erst durch den Anschluss an das Verkehrsnetz der Nachbarstädte gravierend verbessern würden. Dann könnten neue Erwerbsquellen erschlossen, die Landwirtschaft ihre Erzeugnisse nach auswärts absetzen und die Bedarfsgüter für die Gemeinde auf kürzeren und besseren Wegen herangeschafft werden.
Durch das Fehlen der Verbindungsstraßen mussten sämtliche Güter über große Umwege und mit erheblichen Schwierigkeiten nach Witzhelden transportiert werden.

Das waren im Jahre 1866:
25 000 Zentner Kohle
  2 000 Zentner Kalk
  2 000 Zentner Baumaterialien
  6 000 Zentner Kolonialwaren
  7 000 Zentner Frucht für 11 Bäcker
  2 000 Zentner Eisen für Schmiede und Läden
  2 000 Zentner Kartoffeln und Mundprodukte

Da alle Versuche, an das Eisenbahnnetz angeschlossen zu werden und Verbindungsstraßen zu den umliegenden Orten zu bekommen, scheiterten, baute die Gemeinde im Jahr 1869 durch Hand- und Spanndienste eine eigene Straße nach Glüder. Diese wurde aber erst 1895 von der Stadt Solingen nach Solingen weitergebaut.

Abwahl mit Hindernissen

Gottlieb Claasen musste sich in Witzhelden harten Auseinandersetzungen stellen.
Wie überliefert worden ist, beantragten nach der ersten Wahlperiode von 12 Jahren vier von 12 Gemeindevertretern seine Absetzung, und nur die Furcht, dass man dann dem noch rührigen Mann ja Pension bezahlen müsste, liess ihn in die zweite Periode hineinkommen. Im Jahre 1875 bekommt das Bestreben neue Nahrung. Claasen braucht einen neuen Polizeisoldaten, er hat aber nur zwei “Subjekte” zur Verfügung, der eine ist ein Trunkenbold, der andere ein mehrfach vorbestrafter Dieb. Er setzt den zweiten ein. Als dann aber nach wenigen Wochen sein Wachsoldat selbst ins Arrestlokal kommt, ist seine Zeit als Bürgermeister vorbei.
Nicht ohne Hintergedanken empfiehlt er dem Landrat seinen Sekretär Carl Voswinkel zum neuen Bürgermeister vorzuschlagen: “Er ist imstande, jedem Widerstand Trotz zu bieten und ist in jeder Beziehung ein redlicher Mann.”

Carl Voswinkel wurde dann zum neuen Witzheldener Bürgermeister gewählt.

Gottlieb Claasen Weg

Im Jahr 2003 hat die Stadt Leichlingen durch Beschluss des Bezirksausschusses Witzhelden die Erschließungsstraße zu einem Neubaugebiet an der Hauptstraße im Ortskern von Witzhelden “Gottlieb-Claasen-Weg” benannt. Die Straße führt bis auf wenige Meter an das Grundstück der Kreissparkasse Köln heran, wo einstmals das Witzheldener Rathaus und somit die Wirkungsstätte Gottlieb Claasens stand.

Das Grab des ersten Witzheldener Bürgermeisters

  

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