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Otto Göckemeyer, Mann mit Hut. So kannten wir ihn, wurde am 24. Februar 1929 in Porz/Rhein, jetzt Köln, geboren. Nach dem Besuch des Kölner Gymnasiums Kreuzgasse wurde er 1949 Angestellter der Englischen Kontrollmission Wahner Heide. Nach fünfjähriger Tätigkeit für die Handwerkskammer besuchte er die Gemeindeverwaltungsschule. 

Soweit der berufliche Werdegang.
Privat heiratete er seine Frau Waltraud. Aus der Ehe entstammen drei Kinder, die aber nicht in Porz aufwuchsen, sondern im Bergischen Land.
Otto Göckemeyer hatte sich auf eine Stelle als Verwaltungsbeamter in der Gemeinde Witzhelden beworben. Beide hatten sich das Dorf angeschaut und es war so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Hier wollten die Göckemeyers bleiben.
Otto Göckemeyer begann am 1. Juli 1959 seine Tätigkeit als Verwaltungsangestellter bei der Gemeindeverwaltung Witzhelden und wurde am 1.4.1960 in das Beamtenverhältnis als Gemeindeobersekretär übernommen. Er war in dieser Funktion gleichzeitig allgemeiner Vertreter des Gemeindedirektors Friedrich Bast. Im Juli 1961 legte er die Prüfung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst ab.

Auch wenn Otto Göckemeyer “sein” Dorf über alles liebte, so hat er aber nie seine Porzer Wurzeln vergessen und war zeitlebens FC-Fan.

Gemeindedirektor in “seinem” Dorf

Der Rat der Gemeinde Witzhelden wählte ihn mit Wirkung vom 1.11.1962 auf 12 Jahre als Nachfolger von Bast zum Gemeindedirektor von Witzhelden. Vor Ablauf seiner Amtszeit bestätigte der Rat der Gemeinde Witzhelden ihn mit Wirkung vom 1.11.74 erneut auf 12 Jahre in seinem Amt.

In seine Amtszeit als Gemeindedirektor fielen u.a. so bedeutsame Aufgaben wie der Bau der Schule Kuhle, der Bau des 3. Traktes der Schule Flamerscheid mit Aula und Lehrerdienstwohnungen, der Neubau des Sportplatzes mit Umkleiden und Platzwartwohnungen und die Kanalisation im Zentrum Witzheldens.

Immer für Witzhelden unterwegs



Nicht erst als Gemeindedirektor hatte er das Höhendorf in sein Herz geschlossen. Otto Göckemeyer war immer für Witzhelden unterwegs. So übernahm er 1966 den Vorsitz des Wasserversorgungsvereins Witzhelden, den er bis 1999, also 33 Jahre lang, inne hatte. Fast täglich kontrollierte Otto Göckemeyer den Wasserverbrauch des Wasserversorgungsvereins Witzhelden in der Übergabestelle an der Grundschule.

In schwieriger Zeit führte er den Verein zum Anschluss an den Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper, von dem der Verein noch heute das Wasser geliefert bekommt.

Zum 100 jährigen Bestehen des Wasserversorgungsvereins machte der Vorstand den Witzheldenern zwei große Geschenke: am Marktplatz wurde ein Brunnen errichtet und der alte Wasserturm wurde restauriert. Aus diesem Engagement entwickelte sich dann der Förderverein Alter Wasserturm Witzhelden, dem Otto Göckemeyer von Anfang an als Mitglied angehörte.

Vorsitzender des Arbeitskreises Erntedankfest

Das Erntedankfest ist das höchste Fest in Witzhelden. Es verdankt Otto Göckemeyer sehr viel. Er war lange Jahre Vorsitzender des Arbeitskreises Erntedankfest im VVV Witzhelden und schuf damit die Grundlage zur Entwicklung des Festes, das heute das größte seiner Art im Rheinisch-Bergischen Kreis und darüber hinaus ist. Jahrzehnte eröffnete er mit dem Bürgermeister das Erntedankfest und war auch bis zum Zapfenstreich dabei.


1975: Eingemeindung nach Leichlingen

Ein großer Einschnitt bedeutete für ihn 1975 die Eingemeindung Witzheldens nach Leichlingen. Mit größeren Baumaßnahmen hatten er und der Gemeinderat versucht, die Eigenständigkeit Witzheldens zu bewahren. Das Gesetz der kommunalen Neugliederung ließ das aber nicht zu. So entschied man sich schweren Herzens für den Anschluss an Leichlingen. Dort in Leichlingen war Otto Göckemeyer Beigeordneter und stellvertretender Stadtdirektor, als Chef der Stadtwerke vor allem zuständig für den Bereich Wasserversorgung und Abwasser.

So richtig wohl gefühlt hat er sich in der Leichlinger Verwaltung nicht. Als seine schönsten Jahre bezeichnete er immer die Zeit als Gemeindedirektor in Witzhelden. Im Jahr 1986 wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Bei Otto Göckemeyer war es eher ein Unruhestand.


Unterzeichnung des Eingemeindungsdokumentes.
v.r.: Leichlingens Stadtdirektor Otto Birkendahl, Leichlingens Bürgermeister Walter Schüller, Bürgermeister Willi Hermanns, Gemeindedirektor Otto Göckemeyer


In Witzhelden war er immer dabei. Es gab kaum einen Verein, in dem Otto Göckemeyer nicht Mitglied war und auch aktiv am Vereinsleben teilnahm. Als Mitglied der SPD verpasste er kaum eine Versammlung, ob Gartenbauverein oder Kichbauverein, Otto war dabei. Er war immer in seiner Gemeinde, in seinem Dorf unterwegs. Zeitlebens hat er nie einen Führerschein gemacht und auch das Fahrradfahren behagte ihm nicht so sehr, aber der Otto war immer auf Achse. Wenn ihm eine Baumaßname nicht passte, teilte er das mit, kritisch wie eh und jeh. In den Versammlungen konnte er auch einmal aufspringen und lauthals den Saal verlassen. Aber - er kam auch wieder zurück. Weggefährten kannten ihren Otto: “Wenn er die Augen gegen die Decke richtete, dann war es bald soweit, dass er den Saal verließ.”

Otto war ein Original

Eine Geschichte aus seiner Zeit als Gemeindedirektor in Witzhelden ist besonders haften geblieben: die Verlängerung der Sperrstunde. Otto Göckemeyer war ein Original. Ihm war es wichtig, durch Witzhelden zu wandern und überall Papier und sonstigen Müll aufzuheben und in die entsprechenden Behältnisse zu werfen. Bei den Aktionen “Unser Dorf soll schöner werden” war er immer dabei.

Der schleichenden Verschlechterung seines Gesundheitszustandes der letzten Jahre folgte dann der doch überraschende Tod am 11.10.07.
Er wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Witzheldener Friedhof beigesetzt.

Otto Göckemeyer: Witzheldener mit Leib und Seele.

 

 

 

 

 

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