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Der Fernsehturm TV-Sender “Äu” in Witzhelden

Name
Der Name “Äu” erinnert an den früheren Witzheldener Bürgermeister August Weltersbach, der in seiner Amtszeit immer mit dem Landwirt und Fischzüchter Richard Claasen “im Clinch” lag.
Nach Richard Claasen ist der zweite Witzheldener Turm, der Richtfunkturm der Post mit “Rich” benannt.

Geschichtliches

Bau des TV-Senders 04.04.1960
Richtfest Sendemastanlage 22.12.1960
Sendebeginn ZDF 01.06.1961
Sendebeginn WDR 25.10.1963

Inbetriebnahme neuer Sendeantennen 19.03.1981
Fertigstellung des neuen Sendergebäudes 1983
Sendebeginn RTL April 1989
Sendebeginn VOX 01.01.1993
Erste Windkraftanlage 14.05.1996

Sendemastanlage

Höhe des Antennenmastes 202,5 m Stahlbleche und Profilstahl: 110,0 t
Höhe der Antenne 16,0 m Passschrauben: 45 000 Stück
Gesamthöhe der Sendeanlage 220,0 m Gewicht der Antenne: 3,0 t
Höhe des Geländes über NN 232,5 m Gesamtgewicht Sendemast: 180,0 t
Durchmesser Antennenmast 1,8 m

TV-Sender

2.Programm - ZDF Kanal 29 (ca. 535 MHz); 20 000 Watt
3.Programm - WDR Fenster Köln Kanal 55 ca.743 MHz); 20 000 Watt
Fenster Düsseldorf Kanal 41 (ca. 631 MHz); 500 Watt

RTL Kanal 36 (ca. 591 MHz); 2 000 Watt
VOX Kanal 39 (ca. 615 MHz); 3 000 Watt

Witzheldener Fernsehturm wurde 16 m kleiner.

Am 7.4.06 um ca 16.45 Uhr war am Himmel über Witzhelden eine spektakuläre Aktion zu bestaunen. Vom Fernsehturm am Bechhauser Weg wurde mittels eines Hubschraubers das obere Teilstück abtransportiert. Anschließend wurde der offene Turm wieder mit einer Platte verschlossen.
Mit dem russischen Transporthubschrauber Kamov 32 A12 hatte eine schweizer Spezialfirma keine Mühe, das 4 Tonnen schwere Teilstück zu transportieren.

Es handelte sich bei der Turmspitze um eine analoge Antenne, die in Zeiten der digitalen Übertragung nicht mehr benötigt wurde. Die bisher vom Witzheldener Sender gesteuerten Aufgaben werden von anderen Anlagen in Köln und Düsseldorf übernommen. Der Fernsehturm wird aber weiterhin in Funktion bleiben, wir nicht weiter abgebaut und bleibt somit als ein Wahrzeichen Witzheldens erhalten.

Die Sendemastanlage Witzhelden wurde im Jahr 1960 errichtet. Die jetzt abgebaute Antenne kam 1981 hinzu.
Mit nunmehr 202,5 m Höhe ist der Turm aber immer noch recht ansehnlich.

Anstreicher gondeln in 200 Metern Höhe

VON RALF KRIEGER, 01.04.08

Die Turmbauer ziehen sich in einer selbst gebauten Gondel bis zu 200 Metern hoch, um die Seile und die Marker zu renovieren

Turmbauer aus Berlin haben keine Höhenangst: Sie streichen die Halteseile des Antennenmastes an.
Witzhelden - Schwindel erregend ist der Anblick schon von unten, wenn zwei Männer in der Nähe der Spitze des rot-weiß geringelten Witzheldener Fernsehturms in ihrer Seilbahngondel ihrer Arbeit nachgehen. Die Abspannseile, die die dünne Turmröhre vor dem Abknicken bewahren, müssen angestrichen werden. Kaum auszudenken, wenn die Konstruktion vom Rost angegriffen würde. Der im Jahr 1960 erbaute Turm selbst steht nicht von alleine stabil, nur die Seile halten ihn aufrecht. Die Fachleute nennen die Seile Pardunen. Und wenn man schon einmal oben ist, werden die spindelförmigen Seilmarker aufgearbeitet. Die sind vorgeschrieben, damit Piloten die dünnen Pardunen nicht übersehen und nicht dagegen fliegen.

Vier Turmbauer der Firma Steffens & Nölle sind mit den Seilen beschäftigt. Die Erzeugnisse der Firma kennt jedes Kind: Die Berliner haben nicht nur in den 20er Jahren den Berliner Funkturm, sondern 1958 um die Ecke auch das heutige Bayerkreuz in Leverkusen erbaut. Die selbst gebaute Seilbahn, mit der die Anstreicher bis an die 202 Meter hohe Spitze gelangen, besteht aus zwei Stahlseilen. Ein dickes Tragseil läuft von der Turmspitze schräg nach unten zu einem mit Kies gefüllten Kipplader, an den zur Sicherheit gegen das Wegrutschen noch ein Bagger angebunden ist. Das Seil verläuft von dort über mehrere Umlenkrollen zu einer Trommel und kann so mehr oder weniger stark gespannt werden. Auf diesem schrägen Seil hängt die Arbeitsgondel. Mit einem Zugseil wird die Gondel an dem dicken Tragseil aufwärts gezogen oder abgelassen. Die beiden Seilwinden werden von je einem Mitarbeiter bedient. Die beiden Männer in der Gondel in knapp 200 Metern Höhe sind nicht zu beneiden - das nahe Windrad dreht sich schnell, es pfeift und rauscht. Der Job ist nicht gerade einfach im Winter, das sieht man sofort. An der Gondel hängt ein Eimer mit Farbe, schwarz wie Teer. Damit fährt Yves Bottin noch einmal hinauf. Jeder Windstoß drückt die Gondel einige Meter zur Seite. Über Funk gibt er Anweisungen an die Kollegen an den Seiltrommeln. „Tragseil spannen, Zugseil nachlassen, jetzt stopp“. Mit weichen Bewegungen nähert sich die Gondel dem Ziel. Immer wieder Windböen. Bottin lehnt sich, gesichert durch ein Seil, aus der Gondel, hält sich fest und streicht ein Stück der Pardune. Er scheint die Höhe nicht zu registrieren. Unten erzählt sein Kollege, dass man sich die Höhenangst abtrainieren könne. Mindestens noch bis Donnerstag haben die vier in Witzhelden zu tun - wenn es regnet oder der Wind zu stark bläst auch länger.

Der 1960 erbaute Turm gehört nach einem gescheiterten Verkaufsversuch 2007 nach wie vor der Gesellschaft „Deutsche Funkturm GmbH“, eine Tochtergesellschaft der Telekom. Als Fernsehsendemast diente er bis zur flächendeckenden Einführung des digitalen Antennenfernsehens DVB-T. Die analoge Antenne wurde im April 2006 mit einem Hubschrauber heruntergenommen.

Eiserne Reserve

Da jetzt nur noch die Funk-Relaisstation der Feuerwehr und Mobiltelefonsender im Turm eingebaut sind, wird der Antennenmast derzeit eigentlich nicht mehr gebraucht. Zumal gleich nebenan am Sportplatz der Funkturm steht, der seine Funktionen leicht übernehmen könnte. Doch die Telekom hält sich mit der Wartung offenbar die Option auf mehr Funkbetrieb in Witzhelden offen. Wäre der rot-weiße Mast erst einmal umgelegt und bräuchte man dann doch wieder Sendeanlagen für neue Anwendungen, wäre eine neue Baugenehmigung sicherlich nur sehr schwer zu bekommen.

 

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