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In der Witzheldener Volksschule in Flamerscheid (heute Grundschule) war es bis in die 60er Jahre hinein Tradition, dass “I-Dötzchen”, d.h. neu eingeschulte Schülerinnen und Schüler, zum ersten Schultag natürlich von den Eltern eine gut gefüllte große Schultüte geschenkt bekamen, dass aber auch die Schule den Schulänfängern ein Geschenk machen wollte und das zugleich mit einer ersten Turnübung verband.

Auf einer großen Spielwiese, wo sich jetzt die Aula und der Parkplatz befinden, gab es ein großes Turngerüst mit einer Kletterstange. Dieses Gerüst war nun die erste Bewährungsprobe für die “I-Dötzchen”. Ganz oben an der Querstange war mit einem Seil eine große mit bunten Bändern geschmückte Brezel befestigt, wie man sie heute noch in Schloss Burg kaufen kann. Wenn man die Brezel haben wollte, musste man an der Kletterstange hinaufklettern, die Brezel lösen und dann mit dem Geschenk wieder die Stange hinunterrutschen.

Nun gab es natürlich bessere und schlechtere Kletterer.Wenn ein Kind die Kletterstange nicht ganz nach oben erklimmen konnte, so verringerte der Schulleiter oder eine andere Lehrkraft die Höhe der Brezel, die ja an einem Seil befestigt war. So begann für viele Erstklässler die Schulzeit oft mit einer Enttäuschung, wenn man die Brezel nicht selbst von der Stange herunter geholt hatte.

Wie zu allen Zeiten, so gab es auch damals in Witzhelden bessere und schlechtere Schüler. Da gab es auch einen, der schon im ersten Schuljahr größere Probleme in der Schule gehabt hatte und dann wiederholen musste. So war er dann beim Brezelklettern mal wieder an der Reihe, kletterte in schnellen Armzügen die Reckstange hinauf, löste die Brezel ab, rutschte an einem Stück die Stange hinunter, hielt ganz stolz die Brezel in der Hand und rief: “Das ist jetzt mein dritter!”

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